Das Manifest gegen die Arbeit


Ein Lesekreis

Nichts bringt die buchstäbliche ``Verrücktheit'' der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft deutlicher ans Licht als die Existenz eines ``Bündnisses für Arbeit''. Diente die ``Volkswirtschaft'', wie sämtliche Lehrbücher behaupten, wirklich der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, dann wäre das fortschreitende Überflüssigwerden der menschlichen Arbeit, ihre Ersetzung durch angewandten wissenschaftlich-technischen Fortschritt, ein Segen: sie würde es ermöglichen, den menschlichen Daseinskampf zu befrieden, und die Menschen von der Notwendigkeit befreien, den größten Teil ihrer Lebenskraft im Kampf um die Existenz zu verschleißen.

Stattdessen vereinigen sich Sozialdemokraten und Rechtsradikale, Gewerkschaften und Unternehmerverbände, die Kirchen und die Weltbank in hektischen Versuchen zur ``Rettung der Arbeit''. So aussichtslos diese auch sind - eines wird daran überdeutlich: der Selbstzweckcharakter der kapitalistischen Ökonomie, in der die stumpfsinnige Anhäufung abstrakter Arbeitsquanta sich längst von allen menschlichen Zwecken emanzipiert hat.

Will man dieses System adäquat kritisieren, dann ist eine grundsätzliche Kritik der Kategorie der Arbeit unabdingbar.

Die Gruppe um die Zeitschrift ``Krisis'' versucht seit längerem, eine Kapitalismuskritik zu entwickeln, die den Arbeiterbewegungsmarxismus überwindet. Die Kritik der Arbeit spielt dabei eine zentrale Rolle.

Unser Lesekreis wird sich mit der Arbeitskritik der Zeitschrift ``Krisis'' befassen, wie sie im unlängst veröffentlichten Manifest gegen die Arbeit sich niedergeschlagen hat. Es soll deutlich werden, daß nicht die ``Rettung der Arbeit'', sondern deren Aufhebung auf der Tagesordnung steht.


ReferentIn: Timo Hassel


aus: (Gesprächsleitung)


Literatur: http://www.magnet.at/krisis/arbeit/manifest.html


Zeit und Ort: Montag, 17.1.00, 20.00Uhr 52/204